Monument Valley

Kindergeburtstag ist das nicht. Morgens um halb sieben sitzen wir auf den Harleys, nachdem wir den Sattel vom Eis freigekratzt haben. In der Nacht hatte es Minusgrade, und jetzt immer noch weniger als null. Eberhards Indian hat Startprobleme wie ein Moped im Winter. Wir tasten uns voll eingepackt in sämtlichen verfügbaren Klamotten  am Südrand des Grand Canyons entlang, um die ersten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Mit gefrorenen Gliedern machen wir halbherzige Schnappschüsse, es ist einfach noch zu kalt.



Auf dem Highway 64 wärmt uns die Sonne, als wir Navajo-Land betreten. Das flächenmäßig größte Reservat der USA, in dem  mehr als die Hälfte aller Navajo-Indianer leben, ist unser heutiges Ziel. Hier liegt Monument Valley, in den USA auch John-Ford-Country genannt, weil der Regisseur seine Western mit John Wayne bevorzugt hier drehte. Unsere Jeep-Tour begleitet Don, ein alter Indianerhäuptling, der uns die Bedeutung eines Handschlags und die Entstehung der Riesenfelsen erklärt. Zwischen den Sandsteintürmen zu stehen, das ist ein überwältigendes Erlebnis!

Mittlerweile ist wieder T-Shirt-Wetter. Wir schwingen uns in den Sattel für die letzten Meter zum San Juan River. Unterwegs kommt uns eine Straße verdächtig bekannt vor: Die lange Gerade des 163 Scenic Drive. Forrest Gump kam hier als Läufer vorbei und hörte plötzlich auf zu laufen, sehr zur Enttäuschung seiner Laufgemeinde. Wir fahren die Szene mit den Motorrädern nach, hören allerdings nicht auf zu fahren. Der Hintergrund bleibt der Gleiche: die  markanten Spitzen des Monument Valley.

Kindergeburtstag war es zwar nicht, aber ein anderer Geburtstag: Unsere Edith feiert! Den Wievielten, wird nicht verraten, nur so viel: Erst kürzlich fuhren wir auf einer Kultstraße mit gleicher Zahl. Über den Ufern des San Juan gibt es Sekt, bevor es zum Schwenkgrill-Restaurant geht. Die meisten nehmen ein saftiges Sirloin-Steak.

 

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